28 März 2009

USA-Reise: Kalifornien - März 2009

weitere Infos unter: www.antonflegar.de

Hinweis: Bilder zum Vergrößern anklicken

27.03.2009
Mein Flug ging von Frankfurt über New York nach Los Angeles. Bei der Gepäckabfertigung wurde immer noch die meiner Meinung nach schwachsinnige Frage gestellt, ob eine fremde Person meinen Koffer gepackt hat. Welcher Terrorist antwortet da mit ja? Mich ärgerte, dass ich mein Pfefferspray aus dem Koffer wühlen und abgeben musste. Ich Simple dachte, das wäre harmlos und hatte "die Waffe" angegeben. Der kleine Spraybehälter könnte ja explodieren. Die riesigen Haarspraydosen wurden da als harmlos eingestuft.
Der Flug mit Delta Airlines von Frankfurt nach New York war in vielen Passagen recht turbulent. Natürlich passierte, was nicht geschehen sollte. Ich hatte 1:50 Stunden Zeit, um einen Verbindungsflug nach Los Angelos zu bekommen. Das schien mir ohnehin ein wenig knapp. Die Zeit war auch schnell zunächst auf dem Flugfeld in Frankfurt und später in New York dahin geschmolzen. In New York erhielt ich letztlich einen Anschlussflug nach L.A. mit 4 Stunden Verspätung. Delta Airlines war nicht einmal bereit, einen Essens-Gutschein rauszurücken. Zur Krönung der Frustration gab es ausgerechnet an dem Terminal, in dem ich mich aufhielt, keinen Zugriff auf das Internet.
Kurz vor Mitternacht kam ich endlich in L.A. an. Mit dem Shuttle-Bus ging es zur Autovermietung. Dort erhielt ich ohne Probleme einen Ford Focus. Das Auto hatte erst 113 Meilen auf dem Tachometer.
Über die HW 405 und HW 101 fuhr ich nach Norden. Nach 72 Meilen erreichte ich Ventura. Nördlich von Ventura steuerte ich den Zeltplatz auf der Emma K. Wood State Beach an. Hier kroch ich um 2 Uhr Morgens in den Schlafsack und gönnte mir den nötigen Schlaf.


28.03.2009
An der Küste wurde es in der Nacht um die 10°C kühl. Am Tag erreichte die Temperatur bis zu 20°C im Schatten.
Nach dem Frühstück fuhr ich wenige Meilen zurück in die Ortsmitte von Ventura. Mein erstes Sightseeing begann hier mit der Mission San Buenaventura. Entlang der HW 101/1 befanden sich noch viele der alten spanischen Missionen. Früher verlief hier die El Camino Real (Königstraße). Im Abstand von einem Tagesritt wurden entlang der Straße Missionen errichtet.
In Santa Barbara besuchte ich danach die "Königin aller Missionen", die Mission Santa Barbara. Ob ihr das Prädikat zusteht kann ich nicht nachvollziehen. Sie ist aber die größte Mission in Kalifornien, die ich kannte. Im Ortszentrum von Santa Barbara stieß ich zunächst auf ein Gebäude, das aussah wie eine Mission. Hierbei handelte es sich jedoch nur um das so genannte Presidio. Eine ehemalige Residenz der spanischen Kolonialisten. Eine Meile weiter fand ich dann die Mission Santa Barbara.
Die nächste Mission entlang der HW 101 fand ich in Solvang. In diesem kleinen Ort war nicht nur die Mission Santa Ines interessant. Fast der gesamte Ort wurde in dänischer Architektur errichtet. Überall wehten dänische Flaggen und waren dänische Namen zu lesen. In Solvang fühlte ich mich nach Nordeuropa versetzt.
Die letzte Mission des Tages besuchte ich nördlich von Paso Robles. An der Mission San Miguel Arcangel wurden leider umfassende Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Sowohl außen als auch im Kirchengebäude standen überall Baugerüste herum. Ich verzichtete daher auf Fotos von der Mission San Miguel.
Von Paso Robles fuhr ich anschließend über die State Road 46 quer von der HW 101 zur HW 1 an die Pazifikküste. Bei Cambria übernachtete ich auf einem Zeltplatz an der San Simeon State Beach.

29.03.2009
Durch die Hitze des Vortages hatte sich Nebel gebildet. Die Fahrt entlang der Küste Kaliforniens erübrigt sich eigentlich bei Nebel. Glücklicherweise lösten sich die Schwaden nach zwei Stunden auf. 5 Meilen nördlich von San Simeon wies ein Schild auf eine Aussichtsstelle für See-Elefanten hin. Erstaunlicherweise tummelten sich in dieser Gegend wirklich viele See-Elefanten. Vor 20 Jahren gab es mit Ano Nuevo nur eine Stelle in den USA, wo man diese Tiere am Festland beobachten konnte. Ein Holzsteg leitete die Besucher oberhalb einer Bucht mit ungefähr 5m Abstand an den See-Elefanten vorbei.
2 Meilen weiter nördlich auf der HW 1, in der Nähe eines ehemaligen Leuchtturms, gestattete eine unscheinbare Öffnung in einem Zaun den Zutritt zum Strand. Von hier aus wollte ich zunächst zum Leuchtturm wandern. Am Strand traf ich unerwartet auf weitere See-Elefanten. Hier waren sie zwar nicht so zahlreich, dafür versperrte kein Zaun den Weg zu den Tieren. In sicherem Abstand ließen sie sich fotografieren. Der Wind blies mittlerweile so böig, dass ich die Kamera kaum ruhig halten konnte.
Anschließend ging die Reise weiter nach Norden. Die HW 1 schlängelte sich entlang der Pazifikküste. Haltebuchten erlaubten herrliche Fotos von der zerklüfteten Küstenlandschaft.
Am Julia Pfeiffer Burns StPk gab es eine malerische Bucht, in die ein Wasserfall von einer Klippe direkt ins Meer stürzte. Ein neuerer Rundweg führte die Besucher auf die gegenüber liegende Seite des Wasserfalls. Einen Weg hinunter in die Bucht gab es nicht. Die Gegend oberhalb der Bucht war radikal abgeholzt worden. Hier sollen non-native Pflanzen durch einheimisches Gehölz ersetzt werden. Über diesen (Un-)Sinn lässt sich streiten. Der Wind war mittlerweile so heftig, dass ich teilweise Mühe hatte, die Autotür zu öffnen.
Im Andrew Molera StPk wollte ich zum Strand wandern. Das Unternehmen musste ich abbrechen, da hierfür ein 60cm tiefer Fluss überquert werden musste.
Dafür tobte ich mich bei Monterey im Point Lobos StPk aus. Insgesamt 2 Stunden lief ich praktisch den gesamten Küstenverlauf des Parks ab. Wild zerklüftete Buchten bildeten fotogene Szenen. Der Wind wühlte das Meer derart auf, dass riesige Wellenbrecher an den Felsen entstanden.
Über Salinas fuhr ich danach die HW 101 in Richtung Süden und steuerte den Westeingang vom Pinnacles NM an.

30.03.2009
Ich übernachtete am Westeingang zum Pinnacles NM. In der Nacht fiel die Temperatur auf 0°C. Das machte mein neuer Schlafsack nicht mehr mit. Die Fenster waren angefroren und ich wachte zum Glück erst eine Stunde vor dem Morgengrauen fröstelnd auf. Im Pinnacles NM unternahm ich eine Rundtour von 15,5km. Das Pinnacles NM war ein kleiner aber sehenswerter Park. Vom Parkplatz bis zur höchsten Stelle bewältigte ich immerhin 350 Höhenmeter. Einige Passagen waren regelrecht alpin und mit Eisengeländer gesichert. Der Park war auch ein Dorado für Freikletterer. Viele Steinsäulen konnte ich fotografieren. Nur meinen "Freund, den Hoodoo" fand ich nicht. Diesen entdeckte ich bei einem Besuch vor 20 Jahren. Vielleicht gibt es diese Felsformation nicht mehr. Da der Tag nach der Rundtour noch jung war, wanderte ich in der Chapparel-Sektion noch 1,5km zum Balcony Rock.
Danach besuchte ich die Mission la Soledad in der Nähe des gleichnamigen Ortes Soledad. Diese Mission lag wirklich einsam, ca. 2 Meilen von einer Siedlung entfernt.
Auf dem Weg nach Norden fuhr ich wieder auf der HW 101. An der Mission San Juan Bautista legte ich noch einen Zwischenstopp ein. Fünf Minuten vor Toresschluss konnte ich noch einige Innenaufnahmen von der Missionskirche machen. Der Ort San Juan Bautista selbst war ebenfalls sehr fotogen. Das Ortszentrum wurde im Stil des "Wilden Westens" errichtet. Hier könnte man in einem Saloon im Stile von Wyatt Earp seine Mahlzeit zu sich nehmen.
In San Jose besuchte ich meine alte Wirkungsstätte an der Blossom Hill Road. Das Appartementviertel, in dem ich vor 20 Jahren einmal wohnte, stand noch. Das Viertel wurde jedoch aus Sicherheitsgründen komplett mit eng anliegenden Häusern umbaut, so dass man den Wohnkomplex nur an wenigen Stellen durch Zauntüren betreten konnte. Eine Tür stand aus Versehen offen und ich konnte zu meiner ehemaligen Wohnung gehen. Das Restaurant "VIP-Pizza" wurde mittlerweile durch ein mexikanisches Ambiente ersetzt. Auch das deutsche Restaurant "Heidi's" gab es nicht mehr. Es kommen eben auch keine deutschen IBMer mehr nach San Jose, die sich eine Schweinshaxe bei "Heidi's" reinziehen. Die Anbindung der Blossom Hill Road an die HW 101 wurde ebenfalls völlig umgestaltet. Im Zentrum von San Jose suchte ich das Wohnhaus einer ehemaligen amerikanischen Bekannten auf. Diese war jedoch schon im Jahr 2001 mit unbekanntem Zielort ausgezogen.
Ich gönnte mir jedoch einen Einkauf im Supermarkt "Lucky" an der Blossom Hill Road. Dort hatte ich fast drei Jahre lang Lebensmittel eingekauft.
Nach dem Horrortrip durch San Jose (wegen der vielen Ampeln und dem dazu gehörigen Stop and Go) fuhr ich auf der HW 101 / HW 1 weiter nach Norden. Da ich über die Golden Gate Brücke zum Point Reyes StPk wollte, musste ich zwangläufig durch San Franzisco fahren. Von der Stadt und der Brücke sah ich nicht viel, weil ich bei Dunkelheit gegen 21:00 Uhr durch die Stadt fuhr. Auch hier nervte mich das permanente Stop and Go durch die vielen Ampelschaltungen.
Um 23:00 Uhr parkte ich mein Auto auf einem Campground im Mount Tamalpais StPk.

31.03.2009
An diesem Reisetag stand eine Wanderung im Point Reyes StPk auf dem Programm. Dieser Park lag direkt zwischen HW 1 und dem Pazifischen Ozean. Eigentlich wollte ich nur die Attraktion des Alamere Fall erwandern. Dies ist ein Wasserfall, der über eine Klippe direkt ins Meer stürzt. Die Gehwege im Point Reyes StPk waren großzügig breit angelegt. Allerdings gab es keinen direkten Weg zum Alamere Fall. Total umständlich, mit vielen wegführenden Schleifen erreichte ich das Ziel - und danach wieder den Ausgangspunkt der Tour. Ich wanderte insgesamt 23,4km! Es lagen zwar einige fotogene Seen entlang der Wege. Aber ärgerlich war es, dass in einem Plan Wanderwege eingetragen waren, die bereits aufgegeben wurden! Im Prinzip sah ich die Tour unter dem Motto: ein enormer Einsatz mit magerem Ergebnis.
Vom Point Reyes StPk fuhr ich nach Westen zum Ort San Rafael. Dort versuchte ich noch vor Toresschluss eine Mission zu erreichen. Ich hatte Glück, die Mission San Rafael de Arcangel war um 16:45Uhr noch geöffnet. Sie war eine recht kleine Mission. Im Schatten der daneben stehenden großen neuen Kirche wirkte sie wie ein Abstellschuppen.
Bis zum Abend fuhr ich wieder ca. 15 Meilen zurück zur Pazifikküste. Die HW 1 hatte hier zwar einen schönen Verlauf - die unendlich vielen Kurven nervten mich aber. Vor allen Dingen weil ich nachts auf der Küstenstraße unterwegs war. Die Scheinwerfer der hochgebockten Pickup-Trucks strahlten direkt in das Autoinnere. Ich schaffte es bis zum Fort Ross StHS, wo ich zwei Meilen südlich einen Zeltplatz fand.

01.04.2009
Die Fort Ross StHS öffnete erst um 10:00 Uhr die Pforte des ehemaligen russischen Forts. Wenigstens konnte ich in der Gegend und um das Fort herum wandern. Der russische Friedhof befand sich auf der gegenüber liegenden Seite einer Schlucht. Der Weg dorthin war ein wenig umständlich. Dafür kam ich an einer schönen Bucht vorbei, wo früher eine Schiffswerft der Russen stand. Die Küste an der Stelle des Fort Ross war total zerklüftet und war nicht zum Schwimmen geeignet. Trotzdem hielten sich viele Taucher am Strand auf. Wahrscheinlich war gerade dieser Küstenabschnitt für Taucher bestens geeignet.
Fort Ross war der nördlichste Punkt dieser Tour. Über eine Querstraße fuhr ich von der Küste nach Osten. Diese Straße hatte es in sich. Ganze 9 Autos kamen mir auf eine Fahrtstrecke von 42 Meilen entgegen. Teilweise war die Straße nur einspurig. Elend viele Kurven und drei Hügelkämme sorgten für eine Achterbahntour.
Endlich kam ich in der Nähe der HW 101 an. Dort fuhr ich auf der State Road 128 nach Calisto. Die State Road 128 war in manchen Abschnitten genau dem Grenzverlauf der Äcker angepasst. An vielen 90°-Kurven musste ich das Auto auf 15Meilen/h runter bremsen.
Da ich über die HW 80 an Sacramento vorbei kam. Nutzte ich die Gelegenheit zu einem Besuch der Stadt. Sutter's Fort war bereits wegen der fortgeschrittenen Zeit geschlossen. Also schlenderte ich ein wenig durch Old Town Sacramento. Das Capitol erwanderte ich, weil mir die Fahrt dorthin zu hektisch war und man nirgendwo freie und kostenlose Parkplätze findet. Arnold war leider nicht zu Hause, so dass ich ihm nicht die Hand quetschen konnte. Sacramento selbst hatte sich in 20 Jahren zu einem hektischen Moloch entwickelt. Vor 20 Jahren konnte ich noch durch ein gemütliches Ortszentrum laufen. Diemal gab es Hochhäuser und eine Hochautobahn führte lärmend direkt am touristischen Old Town vorbei. Bei meiner Flucht aus Sacramento fuhr ich über eine 6-spurige HW 80 (eine Seite!) Als Hochstraße (Brücke) hatte die HW 80 "nur noch" 5 Spuren.
Bei Auburn folgte ich der State Road 49 nach Nevada City. Nach dieser ehemaligen Goldgräberstraße nennt sich der Football-Club San Francisco 49ers. Was vor 20 Jahren noch eine beschauliche Landstraße war, mutierte zu einer 2-spurigen Straße. Auch die einst verschlafenen Orte wucherten mittlerweile zu Städten. Das gesamte Gebiet von Sacramento bis Nevada City wurde in 20 Jahren total verbaut. Für mich ein klassischer Fall von Übervölkerung.
Ab Nevada City folgte ich der Bloomfield Road zum Malakoff Diggins SHP. Die letzten 10Meilen waren eine gut befahrbare Graded Road. Es gäbe auch eine Möglichkeit, ohne Staubpiste zum Park zu gelangen. Diese Strecke wäre 10 Meilen länger und verzweigt öfters. Übernachtung folgte im Park.

02.04.2009
Malakoff Diggins StPk verdeutlichte, wie die Natur rücksichtslos durch Goldsucher ausgebeutet und zerstört wurde. Mit riesigen Wasserkanonen wurden hier ganze Hügel abgewaschen. An einigen Stellen lagen noch rostige Rohrleitungen und Drahtkabel herum. Die Goldsucher hatten eine regelrechte Schlucht ausgewaschen. In der Mitte entstand ein Wasser-Biotop. Die kahlen und bunten Steilwände bildeten allerdings interessante Fotomotive. Etwas mehr als 5km benötigte ich um einmal um das Biotop zu wandern. In einer verbotenen Sektion hatte ich mich nicht daran hindern lassen, einen "unaufgeräumten Statepark" zu betreten. In jenem Teilstück kümmerte sich niemand mehr um die rostigen Reste der ehemaligen Goldmine. Am Rande des StPk besichtigte ich auch die historischen Bauten des kleinen Ortes Bloomfield. Alte Häuser und der Friedhof zeugten von einer einst boomenden Kleinstadt.
Auf der State Road 49 in Richtung Süden gab es weitere Relikte aus der Goldgräberzeit. In Grass Valley standen im Empire Mine StPk noch viele Minengebäude aus der Zeit um 1890. Auch ein Minenschacht war noch gut erhalten. Der Schacht durfte allerdings nur eingesehen und nicht betreten werden. Die Räume der Gebäude beinhalteten noch Werkzeuge und Möbel aus der Zeit des Goldrush.
Ebenfalls auf der State Road 49 befand sich der Marshall's Gold Discovery StPk. James Marshall hatte im Jahr 1884 am American River bei Placerville das erste Gold in Kalifornien entdeckt. Dieser Fund war angeblich der Auslöser des Goldrush. In diesem Park konnte ich nachgebaute und originale Häuser aus der Zeit um 1890 besichtigen. Auch das Wohnhaus von James Marshall wurde originalgetreu restauriert.
Nach dem kulturell-geschichtlichen Abstecher ging die Fahrt weiter auf der State Road 49 in Richtung Süden. Bei Angels Camp zweigte die State Road 4 zum Calaveras Big Trees StPk ab. Diesen kleinen Umweg sollte man machen. Denn dort gibt es riesige Mammutbäume zu besichtigen. In diesem Park übernachtete ich auch.

03.04.2009
Es gibt mehrere Orte außerhalb der bekannten Nationalparks, wo die Redwoods (Giant Sequoia) den Raubbau durch den Menschen überlebt haben. Im Calaveras Big Trees StPk standen imposante Vertreter dieser Mammutbäume. Auch die gefällten, bzw umgestürzten Bäume zeigen beeindruckende Maße. Wegen der Winterzeit war während meines Besuchs nur die North Grove geöffnet. Ein Rundweg von 2,5 Meilen mäanderte hier zwischen den Redwoods. Durch einen stehenden Baum konnte ich wie durch einen Tunnel laufen. Diesen Tunnel sägten allerdings Menschen durch den Baum. Ein umgestürzter Redwood war in seiner kompletten Länge hohl und konnte durchkrochen werden. Ich hatte wegen der Feuchtigkeit im Hohlraum darauf verzichtet.
Der nächste Stopp auf der Fahrt nach Süden war in Columbia. Dieser Ort war touristenmäßig aufpoliert. Viele Häuser wurden im Stil der Goldrush-Zeit errichtet. Die meisten Gebäude dienten kommerziellen Zwecken. Einige Häuser waren aber auch als Museum mit entsprechendem Inhalt aus der Zeit um 1890 eingerichtet. Als ich um 9:30 Uhr in Columbia ankam, war ich die einzige Person im Ort. Nach der offiziellen Öffnungszeit um 10:00 Uhr brach dann die Meute mit Schulbussen in die Stadt ein. Wer wollte, durfte (gegen Bezahlung) an einer Stelle Gold waschen. Ein Behälter mit Erde (und Pyrit) konnte mit Hilfe einer Pfanne und Wasser auf Gold (Pyrit) untersucht werden.
Das nächste Etappenziel war der Yosemite NP. Allerdings fuhr ich nicht direkt ins Yosemite Valley. Vor dem Kerngebiet des Nationalparks bog ich zur Enklave Hetch Hetchy Reservoir ab. Hier staute der O'Shaugnessy Damm den Tuolomne River zu einem riesigen See auf. Das Reservoir diente zur Strom- und Trinkwasserversorgung von San Franzisco. Im Gegensatz zum Yosemite Valley wird das Gebiet des Hetch Hetchy Reservoir selten besucht. Entlang der Nordseite des Reservoirs leitete ein Wanderweg zu zwei großen Wasserfällen. Insgesamt musste ich 16km unter die Sohle nehmen um beide Wasserfälle zu sehen. Auf halbem Weg kam ich zunächst am Wapama Fall vorbei. Das Ziel der Tour war der Rancheria Fall. Beide Wasserfälle hatten durch die Schneeschmelze enorme Ausmaße. Der Wind wehte ab und zu das Spritzwasser in Richtung Wanderweg. Bei 10°C im Schatten eine frische Angelegenheit.
Da ich erst um 19:00 Uhr von der Wandertour zurück kam, übernachtete ich am Hetch Hetchy Reservoir.

04.04.2009
Auf direktem Weg ging es ins Yosemite Valley. Dort herrschte Chaos. Die Straßen waren teilweise wegen Reparatur gesperrt. Viele Umleitungen raubten mir den Nerv. Erstes Ziel war die Reservierungsstelle für die Campgrounds. Um 8:00 Uhr morgens hatte ich gerade mal zwischen zwei Zeltplätzen wählen können! Da Samstag war, fielen die Amerikaner wie die Fliegen in den Yosemite NP ein. Und das trotz nächtlicher Temperatur um die 0°C.
Im Rangerbüro wollte ich die Daten meines GPS-Navigators auf meinen Laptop übertragen. Das ging eben nur, wenn das GPS-Gerät an Netzspannung hing. Ich erlebte eine herbe Überraschung. Die gespeicherten Dateien waren zwar alle vorhanden gewesen - aber ohne Daten! Das Scheißgerät hatte 5 Wanderdaten einfach nicht übernommen. Ich war drauf und dran, dass amerikanische Magellan-Gerät wegzuwerfen. Nicht mal einen Warnhinweis hatten die Entwickler vorgesehen, wenn eine Datei keine Daten übernimmt.
Frustriert nahm ich die Wanderung hinauf zum Yosemite Point in Angriff. Die Tour startete ich am unteren Yosemite Fall. Bei dieser Strecke ging es in unendlich vielen Serpentinen auf den oberen Rand vom Yosemite Valley. 900 Höhenmeter bewältigte ich dabei. Während der Tour kam ich an einer Stelle nahe an den oberen Yosemite Fall vorbei. An zwei Aussichtsstellen am oberen Canyonrand gab es herrliche Panoramen über das Yosemite Valley. Ursprünglich wollte ich zusätzlich noch auf das Haupt des El Capitan wandern. Allerdings lag noch zu viel Schnee in den Schattenlagen, so dass ich diese Unternehmung aufgab. Selbst auf dem Weg zum 2130m hohen Yosemite Point musste ich viele Passagen über fest gefrorenen Schnee stapfen. Insgesamt war ich für 11,6km fünf Stunden unterwegs. Durch einen Trick speicherte ich wenigstens diese Tour auf dem GPS-Navigator.
Nach der Wanderung fuhr ich mit dem Wagen markante Stellen im Valley an, die mit der Nachmittagsonne die günstigste Belichtung hatten. Bridalveil Fall, El Capitan, Half Dome oder North Dome waren die prominentesten Fotoobjekte.
Zum Abschluss des Tages marschierte ich im Yosemite Valley vom Zeltplatz zum Mirror Lake. Die ehemalige Straße dorthin war für den Verkehr gesperrt und nur für Fußgänger frei, weil der ehemalige Wanderweg geschlossen war. Nach 2,1km hatte ich den flachen See erreicht. Viele umgebende Felsklippen spiegelten sich im See und gaben interessante Motive ab. Zurück am Zeltplatz kam ich in einen dekadenten Smog. Etliche Lagerfeuer räucherten die ganze Umgebung ein. Das feuchte Holz qualmte an vielen Stellen in dicken Schwaden. Campen im Yosemite Valley ist nichts für Asthmatiker!

05.04.2009
Als erste Wandertour des heutigen Tages plante ich den 4-Miles Trail mit Übergang zum Mist Trail. Insgesamt wären dies 22km gewesen. Mit dem Shuttle Bus hatte ich mich an die naheste Stelle zum 4-Miles Trail bringen lassen. Das war aber immer noch 1,5km vom Trailhead entfernt. Mit dem eigenen Wagen dorthin zu fahren machte laut Planung jedoch keinen Sinn, weil der geplante Endpunkt der Wanderung 4km vom Ausgangspunkt entfernt lag. Der 4-Miles Trail war eigentlich 4,6 Meilen lang und führte auf den südlichen Canyonrand hinauf zum Glacier Point. In steilen Serpentinen leitete der Weg über teilweise geteerten Untergrund. An vielen Stellen war der Asphalt natürlich schon weg gebrochen. Der Asphalt auf dem Wanderweg stand meiner Meinung nach zum Widerspruch der vielen Hinweistafeln "Gebt Pflanzen eine Chance". Vom 4-Miles Trail aus hatte ich eine herrliche Sicht auf den gegenüber liegenden Yosemite Fall und ins westliche Yosemite Valley. Allerdings waren bis zum Glacier Point (2100m) 900 Höhenmeter zu bewältigen. Da sich dieser Aufstieg im Schatten befand, lag noch viel Schnee auf dem Weg. Ab 1840m Höhe war der weitere Weg wegen der Schneemassen gesperrt. Da Trittspuren im Schnee zu sehen waren, ignorierte ich das Verbotsschild. Mit zunehmender Höhe nahm auch die Schneedicke zu. An einigen steilen Passagen war ich um jeden Fußtritt als Steighilfe dankbar. Ohne Wanderstöcke hätte ich die Tour viel früher abbrechen müssen. Letztlich schaffte ich es bis zum Glacier Point. Hier lag zwischen 1m und 2m hart gefrorener Schnee. Meinem GPS entsprechend hatte ich zweimal die Glacier Point Road überschritten - doch weit und breit war nichts von einer Straße zu sehen. Die Trittspuren hörten an einer Messstation auf. Da ich keine weiteren Anhaltspunkte für eine Traverse zum Mist Trail fand, kehrte ich auf dem gleichen Weg zurück. Auf dem Rückweg zerbrach in einem Schneeloch auch noch ein Wanderstock. Nach insgesamt 6 Stunden hatte ich 16km hinterlegt.
Mit viel Frust über die abgebrochene Tour, fuhr ich mit dem Shuttle Bus zum Ausgangspunkt vom Mist Trail. Die beiden mächtigen Wasserfälle Nevada Fall und Vernal Fall wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Mit 1,5 Wanderstöcken startete ich die 4km lange Tour zum obersten Wasserfall. Mittlerweile hatte ich mir durch die Wanderstöcke eine Blase in der rechten Innenhand gescheuert. Das Kampfgewicht von 66kg für die deutsche Meisterschaft Ü50 hatte ich ebenfalls schon erreicht. Der Mist Trail war permanent sehr steil und hatte viele hohe Stufen. Er leitete direkt an den Wasserfällen Vernal Fall und Nevada Fall vorbei. Jetzt Im Frühjahr führten die Wasserfälle besonders viel Wasser. Zu dieser Zeit trägt der Wanderweg seinen Namen zu Recht. Die Besucher wurden hübsch nass gespritzt. Nach 2 Stunden stand ich ziemlich ausgepumpt an der oberen Stelle des Nevada Falls, wo er in die Tiefe stürzt. Fast 400 Höhenmeter nahm ich für die Aussicht am Nevada Fall auf mich. Unterwegs betrieb ich noch ein wenig aktive Frustbewältigung. Ich verrückte Steine und spaltete einige von ihnen (siehe Foto).
Um 19:00 Uhr saß ich endlich wieder im Auto und plante die weitere Fahrt. Über die State Road 108 wollte ich nördlich vom Yosemite NP zum Mono Lake fahren. Leider war diese Straße wegen Schnee gesperrt. Da es mittlerweile recht spät war, übernachtete ich in der Nähe von Sonora.

06.04.2009
Wegen geschlossener Straßenpässe disponierte ich um. Da ich wegen den Trona Pinnacles und Alabama Hills auf die Ostseite der Sierra Nevada wollte, fuhr ich südlich um den Gebirgszug. Über die State Road 49 fuhr ich nach Merced. Von dort über die schnelle HW 99 bis Delano. Hier bog ich in die State Road 155 ein. Bis zum Lake Isabella war diese Straße eine elende, kurvenreiche Straße. Erst auf der State Road 178 ging die Fahrt flotter. Nach 376 quälenden Meilen kam ich endlich in Trona an. Dies war die größte Entfernung, die ich an einem Tag während dieser Rundreise hinterlegte. Wenige Meilen südlich des kleinen Ortes wies ein Schild zu den Trona Pinnacles. Bis zum Endziel musste ich allerdings fast 5 Meilen auf einer staubigen Graded Road hinterlegen. Zwei Historical Marker aus Beton markierten den Beginn der Graded Road. Einige Passagen waren sandig oder mit Mulden versehen. An diesen Stellen musste ich besonders aufpassen. Ansonsten war die Graded Road bei trockenem Wetter gut befahrbar.
Die Trona Pinnacles bestanden aus Kalk. Wie am Mono Lake wuchsen hier meterhohe Felsskulpturen. Als die wüstenartige Gegend vor 100000 Jahren von einem Meer bedeckt war (man kann es kaum glauben), bildeten sich auf dem Meeresboden durch Kohlendioxid und Kalzium die so genannten Tufa-Säulen. Leider musste ich die Sehenswürdigkeit mit Cross-Motorradfahrern teilen. Diese fuhren nach belieben zwischen den Felssäulen herum.
Die Nacht verbrachte ich als einzige Person zwischen den Trona Pinnacles.

07.04.2009
Nach Sonnenaufgang wanderte ich 1,5 Stunden (4,5km) kreuz und quer zwischen den Felstürmen der Trona Pinnacles. Ich fuhr schon oft durch die Ortschaft Trona, hatte aber nie gedacht, dass es hier eine solch geologisch interessante Stelle gibt. Die vielen Formationen boten jede Menge Motive. Mit jedem Schritt und je nach Sonnenstand ergab sich eine neue Sichtweise. Die Säulen erreichten eine Höhe von bis zu 13m.
Danach steuerte ich eine weitere Stelle an, die ich bei meinen früheren Fahrten aus Unkenntnis ignorierte. An der HW 395 befanden sich in der Nähe von Lone Pine die Alabama Hills. Hierfür musste ich allerdings 60 Meilen nach Norden fahren. Zwischen Mount Whitney (höchster Berg von Continental USA) und der HW 395 lagen riesige Ansammlungen von Felsbrocken. Teilweise bildeten diese gewaltige Schutthalden. In dem Wirrwarr von Felsen versteckten sich Balanced Rocks und kleine natürliche Brücken. Es war allerdings nicht einfach, die Formationen zu finden. Ich konnte nicht einfach geradlinig auf ein Ziel zusteuern, sondern musste mich durch die vielen hohen Felsen winden. Lediglich ein ausgewiesener Pfad leitete zu zwei Arches. Einige weitere Sehenswürdigkeiten fand ich nur mit Hilfe eines GPS-Navigators. Selbst mit diesem Gerät war es nicht einfach, sich in dem Durcheinander von Graded Roads zu orientieren. Gegen Mittag kam heftiger Wind auf. Der wirbelte dermaßen viel Sand auf, dass die umliegenden Bergzüge der Sierra Nevada und Panamint Range nicht mehr zu sehen waren. Der starke Wind machte auch den weiteren Aufenthalt in den Alabama Hills ungemütlich.
Nach dem Besuch der Alabama Hills fuhr ich auf der HW 14 in direkter Linie nach Los Angeles. Der Red Rock Canyon StPk wurde durch diese Highway in zwei Teile getrennt. Trotz vorangeschrittener Zeit legte ich hier einen kurzen Halt ein. Eine Sektion dieses Schutzgebiets hatte ich bei einem früheren Besuch nur bei schlechten Lichtverhältnissen fotografiert. Da diese Stelle wenige Schritte von der HW entfernt lag, parkte ich kurzerhand das Auto auf dem Standstreifen und eilte schnell zur Fotostelle. Die Zeit zum Fotografieren reichte aus, ohne dass mich eine Polizeistreife störte.
Nach 348 Meilen erreichte ich Los Angeles. Dort hatte ich 17 Meilen vom Flughafen entfernt ein Zimmer im Motel6 reserviert (es lebe das Internet). Es war nicht einfach, alleine das Motel6 zu finden. Ich hatte mich zwar nicht verfahren, die Fahrt stresste mich aber dennoch. Dieses Los Angeles ist ein Moloch, durchzogen von Highways. Etliche Meilen fuhr ich durch Siedlungsgebiet und fragte mich nervös, wann kommen endlich die Abzweigungen? Erschwerend kam hinzu, dass es mittlerweile dunkel war und es regnete ("It never rains in Southern Calicornia"). Mich ärgerte es besonders, wenn ein hoch gebockter Pickup-Truck hinter mir fuhr. Die Scheinwerfer dieser Autos waren meistens viel zu hoch eingestellt. Die leuchteten grell ins Autoinnere, so dass ich stark geblendet wurde (gut, um im Auto eine Zeitung zu lesen).
Ich erreichte trotz der Unannehmlichkeiten sicher das Motel. Wie erwartet, war es in der Unterkunft laut. In dünnwandigen amerikanischen Motels zahlt man viel Geld für eine unruhige Nacht!

08.04.2009
Die letzten 17Meilen standen auf dem Tagesprogramm. Ich war froh, dass ich um 5:00 Uhr morgens zum Flughafen fuhr. Trotzdem war es um diese Zeit bereits hektisch auf den Highways. Die Fahrt zum Autoverleiher gestaltete sich meiner Meinung nach in Los Angeles nicht einfach. Die Beschilderungen zu den Rückgabestationen waren nicht immer eindeutig. Zweimal bog ich in eine falsche Straße ein. Zum Glück geschah dies kurz vor dem Ziel und ich konnte ohne Probleme die falschen Abzweigungen korrigieren.
Nach insgesamt 2193 gefahrenen Meilen und 132 gewanderten Kilometern war ich froh, endlich im Flugzeug zu sitzen.

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

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