31 Oktober 2019

USA-Reise: Wyo/Col/NewMex - Juli 2019

weitere Infos unter: www.antonflegar.de

Hinweis: Bilder zum Vergrößern anklicken

26.06.2019
Mit der Fluggesellschaft British Airways ging es von Frankfurt nach Denver. Das Flugzeug musste in Frankfurt und in London Heathrow jeweils wegen eines fehlenden Timeslots 30 Minuten am Gate warten. Wenigstens war die Verpflegung an Bord beispielhaft gut. In Denver angekommen, musste das Flugzeug wiederum 30 Minuten auf dem Vorfeld warten, weil kein freies Gate zur Verfügung stand.
In der Immigration mussten sich die Besucher eigenständig am Einreiseautomaten für die Einreise einchecken. Bei mir hat der Automat das Gesicht und die Fingerabdrücke nicht korrekt aufgenommen. Also musste ich die gesamte Prozedur am Counter mit einem Immigration-Officer wiederholen.
Beim Autovermieter gab es erstaunlicherweise keine Diskussionen über Upgrade oder zusätzlicher Versicherung. Ich durfte mir auf dem Parkplatz einen SUV aussuchen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten waren alle SUVs mit 4WD ausgestattet. Ich suchte mir den Typ HYUNDAI Tucson aus. Dieses Auto hatte einen hohen Bodenabstand und schien weniger Masse zu haben als die amerikanischen Modelle. Dadurch hoffte ich auf einen geringeren Benzinverbrauch.
Obwohl ich das Auto erst gegen 19:00 erhielt, fuhr ich soweit es meine Müdigkeit zuließ über die Interstate 25 nach Norden in Richtung Wyoming. Nach ungefähr einer Stunde legte ich bei Fort Collins einen kurzen Zwischenstopp ein um Lebensmittel für die nächsten Tage zu kaufen. Etwas nervig waren die Veranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Fast auf jeder Brücke, die über die I 25 führte, gestalteten Feuerwehr und Sanitätsdienst mit ihren Fahrzeugen ein Lichterspektakel und schwenkten Fahnen. Dadurch verlangsamten neugierige Fahrer bei jeder Brücke die Fahrt. In drei Stunden schaffte ich sogar die 143 Meilen bis zur Vedauwoo Recreation Area im Südosten von Wyoming. Um 22:30 Uhr konnte ich endlich auf dem Campground der Rec Area meine Augen schließen.

27.06.2019
Die Nacht war zwar kurz, aber ich konnte mich von den gestrigen Reisestrapazen gut erholen. Voller Tatendrang plante ich die Vedauwoo Recreation Area zu erforschen.In diesem Gebiet gibt es viele Hügel mit blank gescheuerten Granitgestein. Daher ist die Vedauwoo Rec Area auch als Klettergarten ausgewiesen. Während meiner Rundwanderung bin ich jedoch keinem Menschen begegnet. Ich führte eine Rundwanderung um den so genannten Turtle Rock durch. Bereits entlang der Basis diese Hügels konnte ich einige fotogene Balanced Rocks bestaunen. Der Turtle Rock selbst macht den Eindruck, als ob er aus einem riesigen Haufen aufeinander gestapelter Felsbrocken besteht. An einer Stelle versuchte ich ins Zentrum des Turtle Rock aufzusteigen. Da ich kein riskanter Freikletterer bin, schaffte ich es nicht bis zum Kulminationspunkt. Zu steil waren die Felswände und zu hoch letztlich die Felsbrocken. Aber auf diesem Seitentrip bekam ich weitere Balanced Rocks zu sehen. Die Umrundung des Turtle Rock war inklusive einiger Seitentrips insgesamt 7km lang.
Nur 1,5 Meilen westlich vom Turtle Rock besuchte ich mit dem Poland Hill einen weiteren felsigen Hügel, der ebenfalls zur Vedauwoo Rec Area gehört. Der letzte Fahrkilometer zum Poland Hill benötigte in jedem Fall einen 4WD mit hohen Bodenabstand. Die ruppige Piste war mehr oder weniger ein Feldweg mit Schlaglöchern. Auch am Poland Hill konnte ich einige hübsche Balanced Rocks fotografieren.
Da ich lediglich den Vormittag in der Vedauwoo Rec Area verbrachte, fuhr ich auf der Interstate 80 weiter nach Laramie. Dort bog ich auf die HW 287 nach Süden ab. Bereits nach 3,5 Meilen bog ich in die Sand Creek Road ab. Diese asphaltierte Straße brachte mich zu den Sandsteinformationen des Sand Creek. Vom kleinen Fluss Sand Creek war bei den Formationen nichts zu sehen. Der Creek befand sich zu weit östlich entfernt. Das Hauptinteresse galt ohnehin den äußerst fotogenen Formationen aus rosa und weißen Sandstein. Wahrscheinlich sorgte der Gehalt des Kalkstein für die weiße Farbe des Sandsteins und für die starken Erosionserscheinungen im Gestein. Interessanterweise hatten viele Formationen die Form von so genannten Teepees. Diese kegelartige Formen sah ich unter anderem auch in den South Coyote Buttes in der Paria Canon Wilderness an der Grernze zwischen Arizona und Utah. Auf einer relativ kleinen Fläche wanderte ich insgesamt 2km von einer Felsskulptur zur nächsten. Neben den Formen fand ich auch die vielen kleinen natürlichen Brücken interessant. Während der Tour war ich immer darauf bedacht, nicht gesehen zu werden. Die Sandsteinformationen befanden sich wahrscheinlich auf privatem Grund, denn um zu den Felsen zu gelangen musste ich über einen Zaun steigen.
Nach der Besichtigung der Hügel am Sand Creek ging die Fahrt wieder zurück nach Laramie. Nördlich von Laramie folgte ich der WY 34 nach Nordosten. Bei Wheatland bog ich auf die Interstate 25 nach Norden ein. 8 Meilen westlich der Stadt Douglas verließ ich die I 25 über die CR 13 nach Süden. Am Ende der CR 13 befand sich der Ayres Natural Bridges StPk. Nach 3 Meilen versperrte eine Schranke die weitere Fahrt zum StPk. Es war bereits nach 20:00 Uhr und die Schranke erlaubte lediglich das Verlassen des Parks. Kurzerhand nutzte ich eine Parkbucht vor der Schranke als Campground. Da die CR 13 eine Sackgasse darstellte, gab es ohnehin kein Nachtverkehr auf der Straße.

28.06.2019
Da ich vor 8:00 Uhr an der Straßenschranke stand, war sie immernoch verschlosen. Ich wanderte daher den knappen Kilometer zur Ayres Natural Bridge. Auch am Campground war keine Menschenseele zu sehen. Vor 8:00 Uhr kriecht halt kein Tourist aus seinem Zelt. Das hatte den Vorteil, dass keine Person die Fotoaufnahmen von der natürlichen Brücke störte. Da sich die Ayres Natural Bridge in einer kleinen Schlucht befand, verursachte der niedrige Stand der Sonne allerdings viel Schatten. Das war natürlich nicht optimal für Fotoaufnahmen. Die Ayres Natural Bridge ist eine von lediglich drei natürlichen Brücken in den USA, durch die ein Fluss fließt. Die Höhe von 10m und die Breite von 15m waren beeindruckend. Leider nahmen der Campground, viele Picknickplätze, zwei große Parkplatze und ein Spielplatz dem Naturmonument die natürliche Umgebung. Das Schutzgebiet war meines Erachtens zum Vergnügungspark verkommen. Noch bevor sich die große Menschenmenge aus ihren Unterkünften bewegte, verließ ich die Ayres Natural Bridge wieder.
Von der Ayres Natural Bridge ging meine Reise über die Interstate 25 weiter nach Westen. In der Stadt Casper (kein Schreibfehler) legte ich am historischen Fort Caspar ein Zwischenstopp ein. Als ich Fort Caspar erreichte, wurden gerade die Pforten geöffnet. Insgesamt waren 6 Frühaufsteher anwesend. Der Lohn der frühen Besucher war eine intensive Führung des Supervisor durch alle Räumlichkeiten. Die Gebäude des Forts sind normalerweise offen, aber dürfen jeweils nur durch die Eingangstür besichtigt werden. Durch die Führung des Supervisor durften wir privilegiert durch alle Räume gehen. Jeder Raum war mit Utensilien des 19. Jahrhunderts augestattet. Die Besucher konnten sich daher einen guten Eindruck über das Leben im "Wilden Westen" machen.
Die weitere Reiseroute folgte der HW 20 weiter nach Westen. Ungefähr auf halbem Weg zwischen den Städten Casper und Shoshoni verwies ein Schild zu einem Parkplatz am Hell's Half Acre. Vom Abstellplatz aus konnten die Besucher in eine wild erodierte Schluchtenwelt mit herrlich bunten Farben schauen. Leider war der Parkplatz umgeben von einem 3m hohen Maschendrahtzaun. Auch waren in der Tiefe die Säulen von Caprocks zu sehen. Da ich die Caprocks aus der Nähe inspizieren wollte, suchte ich nach einem Abstieg in die Schluchten. Ich fand auch eine Abstiegsmöglichkeit. Allerdings musste ich über einen Stacheldrahtzaun steigen und ein Schild "No Trespassing" ignorieren. In der Schluchtenwelt des Hell's Half Acre angekommen, fand ich viele hohe und schlanke Caprocks (auch Hoodoos genannt). Die formationen waren teilweise schneeweiß. Ablaufendes Regenwasser erzeugte in den lehmartigen Hängen tiefe Drainagen. Die Farben reichten von lila über orange bis weiß. Durch den überwiegend weißen Boden wurde ich durch die reflektierenden Sonnenstrahlen von oben und von unten gegrillt. Nach 3km hatte ich mich an Caprocks satt gesehen und kehrte zum Parkplatz zurück. Wenige hundert Meter vor dem Abstellplatz forcierte ein Besucher meinen Puls. Ein Mann mit grüner Kleidung und einem Hut lehnte an der Zufahrt zum Parkplatz an einem schwarzen SUV. Ich ging davon aus, dass es sich bei der Person um einen Ranger oder Polizisten handelte und bereitete mich auf ein Strafmandat vor. Immerhin bewegte ich mich auf verbotenem Gelände. Glücklicherweise war der Mann in Grün nur ein Reisender, der genau in der Einfahrt eine Pause einlegte. Er hatte sogar ein freundliches Wort für mich übrig.
Der Reiseplan führte mich weiter in Richtung Westen. Bei dem Weiler Moneta verließ ich die HW 20 und bog ich in die Lysite Moneta Road nach Norden ein. Nach knapp etwas über 2 Meilen erreichte ich eine Dirt Road, die nach Westen zu den Lysite Badlands führte. In dieser erodierten Landschaft waren die Felsformationen nur selten höher als drei Meter. Dafür gab es viele kleine, aber fotogene natürliche Brücken. Die Skulpturen befanden sich alle am oberen Rand von Mesas. Die Hänge waren zum Glück nicht höher als 20m, so dass ein Aufstieg nicht schwierig war. Da die Hänge aber sandig waren, waren Wanderstöcke während des Aufstiegs von Vorteil. Zwei Mesas suchte ich am oberen  Rand der Klippen nach Formationen ab. Richtige Caprocks waren die Skulpturen eigentlich nicht. Die "klassischen Caprocks" haben eine Säule aus relativ weichem Gesteinsmaterial und einen harten Deckenstein. Die Exemplare im Lysite Badlands bestanden aus einem homogenen Sandstein. Nach insgesamt 3,5km hatte ich genug Objekte fotografiert und peilte das nächste Reiseziel an.
Zunächst ging die Fahrt wieder zurück zur HW 20. Bei Moneta folgte ich der Castle Gardens Road weiter nach Süden. Seltsamerweise gab ein Schild an der HW 20 die Entfernung zum Castle Gardens mit 28 Meilen an. 2 Meilen später schrumpfte die Distanz bereits auf 19 Meilen. Letztlich fuhr ich 20,5 Meilen auf einer gut befahrbaren Graded Road bis zu den so genannten Castle Gardens. Unterwegs legte ich einige Stopps ein, um die herrlich farbenprächtige Landschaft und einige große Felsformationen aufzunehmen.
Am Eingang zu den Castle Gardens schlug ich auf dem Parkplatz mein Nachtlager auf. Während der Fahrt und meiner Anwesenheit begegnete ich keinem Menschen.

29.06.2019
An diesem Reisetag besichtigte ich ausgiebigst das Schutzgebiet Castle Gardens Petroglyph Site. Ich hatte zwei Gründe zu den Castle Gardens zu fahren. Zum einen gab es dort eine herrliche Landschaft mit zum größten Teil schneeweißen Felsformationen. Zum anderen konnte hier eine spezielle Petroglyphen-Technik besichtigt werden. Die "klassischen Petroglyphen" sind auf geschwärzten Sandstein eingeritzt. Die Gravuren im Castle Gardens waren auf kreisrunde und weiße Flächen eingeritzt. Bevor die indianischen Ureinwohner (1000 - 1250 v.Chr.) die Gravuren einritzten, polierten sie die Felswände mit einem flachen Stein kreisförmig und eben. Daher nennt man diese Petroglyphen "Castle Gardens Shield Style". An fünf Stellen waren die Gravuren zu sehen. Jeweils durch einen hohen Maschendrahtzaun geschützt. Der Maschendraht war jedoch auf Höhe der Petroglyphen erweitert, so dass man ohne Behinderung durch den Zaun fotografieren konnte. Wie das an vielen historischen Orten der Fall ist, so hatten schwachsinnige weiße Siedler auch im Castle Gardens die kreisförmigen Kunstwerke als Zielscheibe für ihre Schießwut genutzt. Überall waren Einschusslöcher zu sehen.
Mein Reiseplan sah als nächstes Ziel ein Schutzgebiet vor, das verwirrenderweise ebenfalls Castle Gardens hieß. Jenes Castle Gardens befand sich ungefähr 100 Meilen weiter nördlich und nahe der Ortschaft Ten Sleep. Leider vertraute ich bei der Streckenführung meinen GPS-Navigator. Der führte mich zunächst die Castle Gardens Road nach Norden zurück zur HW 20. Bei Moneta fuhr ich die Lysite moneta Road weiter nach Norden. Da diese Straße asphaltiert war, war ich guter Hoffnung, dass ich die Strecke bis Ten Sleep auf einer geteerter Straße hinterlegen durfte. Leider wurde diese Hoffnung in Lysite zerstört. Ab Lysite mutierte die Strecke zu einer Gravel Road. Sage und schreibe fast 100 Meilen musste ich mich über eine gut befahrbare, jedoch sehr staubige Piste quälen. Besonders elend war es, wenn mir ein Viehtransporter entgegen kam. Dann musste ich anhalten, weil die mit ihrem rigorosen Fahrstil derart viel Staub aufwirbelten, dass ich nichts mehr sah. An einer Stelle wollte mich der Navigator zu einer Abzweigung auf einen Jeep Trail nötigen. Das hatte ich aber abgelehnt. Über die Badwater Road, Nowood Road, CR 82 und die State Road WY 434 erreichte ich entnervt den kleinen Ort Ten Sleep.
Ab Ten Sleep ging die Fahrt noch zwei Meilen über die HW 16 nach Westen. Danach folgte ich einer 6,5 Meilen langen Graded Road nach Süden bis zur Castle Gardens Scenic Area. Die letzte Straßenmeile hatte lediglich die Breite von einem Fahrzeug. Kurz bevor ich später die Scenic Area wieder verließ, kamen zwei Camp-LKW an. Ich fragte mich, was die bei Gegenverkehr gemacht hätten. Die Scenic Area war ein überschaubares Basin, dass an drei Seiten von weißen und felsigen Hügelketten umschlossen war. Eine Ringstraße (nicht geteert) führte zu einigen überdachten Picknickplätzen. An den oberen Klippenrändern standen die Caprocks Parade. Um sie näher zu betrachten, stieg ich an einer Stelle 50 Höhenmeter zum oberen Rand der Klippen auf und wanderte die Hügelketten im Osten und Süden ab. Einige weiße Hoodoos ragten bis zu 6m in die Höhe. Die Hügelketten boten auch herrliche Blicke auf das Basin der Castle Gardens Scenic Area. Insgesamt 3,1km wanderte ich auf und um die Sandsteinhügel. Dabei fand ich lediglich eine einzige Arch. Natürliche Bögen sind in der Scenic Area Mangelware. An den westseitigen Hügeln der Scenic Area waren die Klippen zu steil um auf sie steigen zu können. Dort blieben die Caprocks von meiner Besichtigung verschont.
Nur 4 Meilen Luftlinie westlich von Castle Gardens entfernt gab es mit der Honeycombs Wilderness Study Area ein weiteres Badlands. Auch diese Landschaft stand auf meinem Tourenplan. Aus den 4 Meilen Luftlinie wurden allerdings 14 Meilen Straßenfahrt. Im nördlichsten Bereich der großflächigen Honeycombs WSA gab es jede Menge weiße und hohe Hoodoos. Bezüglich der Höhe und der Farbe waren sie vergleichbar mit den Wahweap-Hoodoos in Utah. Die Formationen befanden sich jedoch in einem Talkessel. Obwohl die Klippen nur einen Höhenunterschied von 30m hatten, gab es nur einen gefahrlosen Abstieg in das Basin der Honeycombs. Eine Stunde lang wanderte ich kreuz und quer durch die Caprock-Gruppen. An einer Felsformation hatte ich fast die fatale Begegnung mit einer Klapperschlange. Nur das Zischen des Reptils bewahrte mich vor einem Biss. Erst drei Meter vor der Klapperschlange hörte und sah ich sie unter dem Bodenwuls eines Caprocks. Das war die erste Klapperschlange, die ich in den USA sah. Nach dieser Begegnung marschierte ich wesentlich vorsichtiger im weglosen Gelände. Es lohnt sich für Hoodoo-Jäger in jedem Fall die Honeycoms WSA zu besuchen. Ich sah sonst nirgendwo in Wyoming derart fotogene Caprock-Exemplare.
Anschließend ging die Reise weiter nach Norden. Über die HW 16 erreichte ich Worland. Hier folgte ich der HW 16 nach Norden bis zum Ort Greybull. Dort fuhr ich die HW 14 ungefähr 10 Meilen nach Osten bis zur Devil's Kitchen. In den USA werden viele geologisch interessante Orte als Devil's Kitchen bezeichnet. Damit will man vielleicht das Interesse der Touristen wecken. Die Devil's Kitchen in Wyoming war ein stark erodierter Landstrich in einem Bassin. Vom oberen Rand des Beckens schaute ich in eine farbenfrohe Landschaft. Die Klippen, die Devil's Kitchen umschlossen, waren zwar nur 30m hoch, aber ich fand nur eine Stelle, die einen halbwegs sicheren Abstieg in das Bassin erlaubte. Während der Grund der Devil's Kitchen überwiegend eine weiße Farbe hatte, waren die erodierten Klippen rötlich und grünlich. Trotz der starken Erosion hielt sich die Anzahl der Caprocks in mageren Grenzen. Ich zählte keine 5 Felsformationen. In der Devil's Kitchen ist die Farbe der Gesteinschichten die Attraktion.
Da sich keine weiteren Besucher in das Badlands der Devil's Kitchen verirrten und es bereits sehr spät am Nachmittag war, blieb ich zur Übernachtung in der Devil's Kitchen.

30.06.2019
Die Badlands Devil's Kitchen waren der nördlichste Ort dieser Rundreise. Nun ging es Richtung Süden. Die Besichtigungen in Wyoming waren damit aber noch nicht beendet. Über die HW 16 ging meine Fahrt zunächst von Greybull nach Worland. Wenige Meilen südlich von Worland folgte ich der State Road 431 nach Osten. Über diese Straße erreichte ich die Goosberry Badlands. Es kommt nicht oft vor, dass man eine wild erodierte Landschaft über eine asphaltierte Straße anfahren kann. Bereits vor den zentralen Badlands waren an der Nordseite der SR 431 fotogene Felsformationen zu sehen. An einer Stelle hielt ich an und parkte den Leihwagen auf der Grasnarbe. Da sich die Formationen auf privatem Grundstück befanden, waren sie durch einen Grenzzaun von der Straße getrennt. Um sie aus der Nähe fotografieren zu können, stieg ich kurzerhand über den Zaun und ging einige Dutzend Meter zu den Skulpturen. Es war ohne kaum Verkehr und weit und breit kein Haus und kein Mensch zu sehen. Die zentralen Goosberry Badlands waren eine farbenfrohe Gegend mit vielen kleinen Schluchten. Das BLM (Bureau of Landmanagement) hatte in den Goosberry Badlands einen Wanderweg eingerichtet. Dieser Weg führte an vielen großen Caprocks und Dryfalls vorbei. Nach 2,5km verließ ich den offiziellen Wanderweg. Einen weiteren Kilometer marschierte ich querfeldein zurück zum Ausgangspunkt der Tour. Dadurch kam ich nahe an weiteren Skulpturen und eine äußerst labile natürliche Brücke (siehe Bild) vorbei.
Nach der Besichtigung der Goosberry Badlands fuhr ich die SR 431 weiter nach Osten bis zur HW 120. Dieser folgte ich nach Süden bis zur Upper Cottonwood Creek Road. An dieser Straße gab es wiederum eine Abzweigung zur Legend Rock Petroglyph Site. Erfreulicherweise waren nur die letzten drei Meilen eine staubige Gravel Road. Auf einer Länge von ungefähr 200m haben die Vorfahren der Prairie-Indianer 283 Petroglyphen (Gravuren) auf 92 Sandstein-Platten eingeritzt. Forscher haben die Kunstwerke bis zu 10.000 Jahre alt datiert. 15 Sandstein-Paneelen wurden in Form eines Interpretive Trails und einer Broschüre beschrieben. Die Kunstwerke waren zum Teil noch recht gut erhalten. Bei der Besichtigung stressten mich aber penetrante Kuhfliegen. Lange konnte ich dadurch nicht an den einzelnen Stationen stehen bleiben.
Die Reise ging über die Upper Cottonwood Creek Road wieder zurück nach Osten zur HW 120. Während der Fahrt auf der HW 120 nach Süden kam ich an den so genannten Paul Bunyans Marbles vorbei. Hier lohnte sich ein Stopp und eine Wanderung von 1,5km zu den Marbles. Mit einem Jeep könnte man auch bis zu den Bunyans Marbles fahren. Für meinen SUV war jedoch der Mittelstreifen zu hoch bzw die Fahrrinnen waren zu tief. Ich stellte daher meinen Leihwagen am Anfang des Jeep Trails ab und ging zu Fuß. Nach 1,5km hatte ich den Hang mit vielen runden Steinen erreicht. Die Felsen waren ein Gemisch aus Kalkspat und Sandstein. Einige Steine hatten eine Höhe von mehr als einen Meter. Benannt wurden sie nach dem Fabelwesen Paul Bunyan. Dieser war ein riesiger Holzfäller, über den viele Märchen geschrieben wurden.
Nach dem Besuch der Paul Bunyan's Marbles folgte ich der HW 120 bis Thermopolis nach Süden. Dort fuhr ich auf der HW 20 weiterhin in südliche Richtung. In Shoshoni wechselte ich auf die HW 26. Diese Straße brachte mich bis nach Riverton. In Riverton folgte ich der State Road 789 nach Süden. 10 Meilen südlich der Stadt Lander wechselte ich auf die State Road 28. Im kleinen Ort Farson erfolgte die weitere Fahrt über die HW 191 bis nach Rock Springs. Dort ging die Reise weiter über die Interstate 80 nach Osten. 36 Meilen östlich von Rock Springs verließ ich die Interstate an der Abfahrt 142. Die Bitter Creek Road sollte mich nach Süden zu den Badlands von Adobe Town bringen. Da es aber bereits dunkel wurde, schlug ich einen Kilometer südlich der I 80 etwas abseits der Bitter Creek Road an einem einsamen Sendemast mein Nachtlager auf. Mit 370 Meilen fuhr ich an diesem Tag die zweitlängste Strecke der Rundreise.

01.07.2019
Die Strecke zur ersten Besichtigungsstelle in der Adobe Town Wildernes Study Area war nicht weit von der Übernachtungsstelle entfernt. Trotzdem waren die 38,5 Meilen überwiegend über die Bitter Creek Road bis zum Adobe Town Rim sehr stressig. Insbesondere die letzten 10 Meilen waren eine Mischung aus Waschbrett, Schlaglöcher, tiefe Querrinnen und tiefe Fahrspuren. Dieser Streckenabschnitt war eine der schlechtesten Naturpisten, die ich bisher gefahren bin.
Die Adobe Town WSA war eine riesige stark erodierte Fläche aus lehmartigen Sedimenten. Ich besuchte mit dem Adobe Town Rim lediglich den nordöstlichen Abschnitt der WSA. Die anderen Gebiete waren selbst mit einem SUV nur schwierig zu erreichen. Die Wanderung in Adobe Town benötigte unbedingt einen GPS-Navigator. Zu verwirrend waren die vielen Schluchten in der WSA. Zwar war Adobe Town wild zerklüftet, dennoch sah ich dort Caprocks fast nur vereinzelt. Ich musste einige Kilometer durch die fast pflanzenlose Wildnis laufen, um eine anständige Anzahl von Caprocks vor die Linse zu bekommen. Aber alleine die phantastische und mondähnliche Landschaft lohnte den Besuch. Äußerst ärgerlich war, dass ich aus irgend einen Grund an diesem Reisetag keinen Track aufgezeichnet hatte. Dieses Missgeschick file mir leider erst zu Hause auf.
Mit dem Besuch der Adobe Town beendete ich die Besichtigungen in Wyoming. Die weitere Fahrt ging zunächst über die bitter Creek Road zurück zur Interstate 80. Auf der I 80 fuhr ich nach Osten. Zwischen Wamsutter und Rawings verließ ich die I 80 über die State Road 789 nach Süden. An der Grenze zu Colorado mutiert die Nummer der State Road zur SR 13. Nach insgesamt 270 Meilen wurde es langsam dunkel. Daher entschied ich mich 15 Meilen nördlich der Ortschaft Meeker zwecks Nachtruhe anzuhalten. An einer unbenutzten Grundstückszufahrt an der SR 13 stellte ich meinen Wagen ab.

02.07.2019
Während der weiteren Fahrt nach Süden kam ich am Rifle Falls State Park vorbei. Vor Jahren stand ich bereits am Rifle Falls. Da ich aber aus unerklärlichen Gründen keine Original-Dateien mehr vom Wasserfall hatte, nahm ich die Gelegenheit wahr und fuhr den 10 Meilen langen Abstecher über die SR 325 zum State Park. Wie beim ersten Besuch benutzte ich den "Hintereingang" an der gleichen Stelle. Über einen 2,4km langen Rundweg ging ich die Strecke zu den Rifle Falls und zu den großen Höhlen im State Park ab. Der 21m hohe Rifle Falls bestand aus drei Segmenten, wobei das dritte Segment (im Bild rechts) aus einem Abwasserrohr einer nahen Fischzucht stammte. Auch die mehere Meter hohen und tiefen Höhlen an einer Felswand aus Kalkgestein waren interessant. Durch Erosion entstanden hier tiefe Furchen.
Die anschließende Fahrt folgte weiterhin der SR 13 nach Süden. Bei der Ortschaft Rifle stieß ich auf die Interstate 70. Dieser folgte ich nach Osten bis Grand Junction. Bei Grand Junction stattete ich dem Colorado National Monument einen Besuch ab. Zunächst wollte ich lediglich die Aussichtsstellen entlang der Rim Rock Drive anfahren und bereits vorhandene Fotos bei günstigerem Sonnenstand wiederholt aufnehmen. 13 Viewpoints klapperte ich an der Parkstraße ab. Unter anderem auch die Fallen Rock View. Anhand der Parkbroschüre erkannte ich, dass der Ute Canyon Trail von der Rim Rock Drive hinunter in den Ute Canyon des National Monuments und am Fallen Rock vorbeiführte. Ich versuchte daher über den Ute Canyon Trail so nahe wie möglich an den Fallen Rock zu gelangen. Hierzu musste ich zunächst 160 Höhenmeter in vielen Serpentinen in den Ute Canyon hinabsteigen. Im Ute Canyon floss sogar ein Bach. Nach 1,2km verließ ich den offiziellen Wanderweg und stieg über steiles und unwegsames Gelände zum Fallen Rock auf. Ich wollte mir anschauen, ob der riesige Felsen an der Klippe angelehnt war. Nach dem mühsamen Aufstieg über einen schotterigen Hang konnte ich mich davon überzeugen, dass der Fallen Rock nicht an der Klippe anlehnte.
Ich hielt mich nicht länger im Colorado NM auf und fuhr zurück nach Grand Junction. Ab Grand Junction ging meine Reiseroute über die HW 50 weiter nach Süden. Bei der Ortschaft Bridgeport (eine Ortsbezeichnung ohne vorhandene Häuser) folgte ich der Bridgeport Road nach Westen. Die Bridgeport Road ist eine Gravel Road, über die ich nach 3 Meilen bei ständigem Gefälle den Gunnison River erreichte. Am Gunnison River blieb ich über Nacht. Ich nutzte den Fluss, um ein genüssliches Bad zu nehmen. Da der Gunnison River eine starke Strömung hatte, vermied ich es zu schwimmen. Nachteilig waren die vielen Mosquitos. Sobald ich aus dem Wasser kam, musste ich mich schnell anziehen und zum Auto eilen. Nur im Auto hatte ich Ruhe vor diesen Plagegeistern.

03.07.2019
Parallel zum Gunnison River verlief eine Eisenbahnlinie. In der Nacht sorgte prompt ein Güterzug für Lärm. Ausgerechnet auf Höhe meines Nachtquartiers hielt der Zug an. Schön war, dass der Zugführer den Motor ausmachte. Nach ungefähr 30 Minuten startete der Zug und fuhr die Strecke wieder zurück. Ein seltsamer Vorgang.
Den Frühsport gestaltete ich mit einer 13km langen Wanderung zum Dominguez Canyon. Der Ausgangspunkt der Tour war der Übernachtungsort an der Bridgeport Road. Eine komplette Durchwanderung des Dominguez Canyon betrug 20km. Ich wanderte lediglich 6,5km in die Schlucht hinein. Im Dominguez Canyon fand ich vier Felspaneelen mit indianischen Petroglyphen. Natürlich waren die prähistorischen Kunstwerke zum Teil durch Vandalismus malträtiert. Auch viele fotogene Felsformationen gestalteten die Tour interessant. Ich sah sogar zum ersten mal Bighorn-Schafe. Einige Exemplare hatten kurzzeitig nur einen Abstand von 10m. Ab und zu untersuchte ich einige Felsbrocken nach Klapperschlangen (siehe Bild links). Immerhin verstecken die sich gerne unter Felsvorsprünge.
Nach dem Besuch des Dominguez Canyon ging meine Fahrt weiter auf der HW 50 in südliche Richtung. In der Stadt Delta sorgte ich wieder für Energienachschub - für mich und für den Leihwagen. Ohne Unterbrechung ging es dann weiter nach Montrose. Ab Montrose folgte ich der HW 550 nach Süden. Insbesondere südlich der Ortschaft Ouray führt die Highway durch eine herrliche Gebirgslandschaft. Zwischen Ouray und Silverton wird ein 25 Meilen langer Streckenabschnitt der HW 550 auch als Million Dollar Highway bezeichnet. Im gesamten Gebiet zwischen Ouray und Silverton wurde im 19. Jahrhundert nach Edelmetallen gesucht. Unzählige Minen durchlöcherten daher die Gegend wie einen Schweizer Käse. Dementsprechend durchzogen auch unzählige Dirt Roads die Landschaft. Es gab sogar aktuell noch aktive Minen. Die höchste Stelle der HW 550 war der Red Mountain Pass. Das Auto musste sich hier über enorme 3358m quälen. Auf diesem Bergpass legte ich einen längeren Stopp ein. In der Ghost Town Red Mountain inspizierte ich einige alte Häuser ehemaliger Minenarbeiter. Weiter südlich von Red Mountain hielt ich an den Resten der Magnet Mine an. Nahe der Ghost Town Chattanooga besichtigte ich Relikte der ehemaligen Silver Ledge Mine. Von Chattanooga selbst war allerdings nichts mehr zu sehen. Die Million Dollar Highway endete in der Touristenstadt Silverton. Hier war ein Dorado für ATV-Fahrer. Ein Netz von Dirt Roads durchzog die Gegend von Silverton und überall wirbelten die Touristen mit den gemieteten ATVs viel Staub auf. Das einzig Interessante in Silverton war die Mayflower Mill. Sie verarbeitete noch bis 1930 das Erzgestein der umliegenden Minen und war noch gut erhalten. Die Mayflower Mill konnte gegen Gebühren besichtigt werden. Leider war sie während meiner späten Anwesenheit nicht geöffnet.
Ich versuchte über die Naturstraße CR 2 zur Ghost Town Eureka zu gelangen. Das war leider nicht möglich, weil frühere starke Regenfälle die Straße unpassierbar gemacht hatten. Mein SUV hatte zu wenig Bodenabstand und wäre in den Furten abgesoffen. In einer Parallelstraße zur CR 2 blieb ich über Nacht. Die Temperatur sank in der Nacht auf 1°C. Das brachte mich im Schlafsack zum frösteln. Immerhin lag Silverton in einer Höhe von fast 3000m. Da wird es nachts auch im Sommer kalt.

04.07.2019
Auch am heutigen Reisetag ging die Fahrt zunächst über die HW 550 weiter in südliche Richtung.In Durango machte ich einen 43 Meilen langen Abstecher
über die HW 160 nach Osten. Das nächste Besichtigungsobjekt wurde das Chimney Rock NM zwischen Durango und Pagosa Springs. Bereits von Weitem war südlich der HW 160 der markante turmähnliche Felsenturm auf dem 2398m hohen Chimney Rock zu sehen. Obwohl der Berg der Namensgeber des Nationalmonuments war, konnte der Chimney Rock nicht bestiegen werden. In diesem Schutzgebiet waren lediglich Ruinen der prähistorischen Indianer zugänglich. Zwar fast auf Höhe des Gipfels, aber dennoch 500m vom Chimney Rock entfernt, befand sich eine ehemalige Pueblo-Siedlung. Die durfte allerdings nur mit einer gebührenpflichtigen Führung besichtigt werden. Das hatte mich etwas gestresst. In meiner Gruppe waren zwei korpulente Besucher dabei, die bei dem 600m kurzen Aufstieg zur Ruine öfters Rast einlegen mussten. Zusätzlich meinte ein Besucher, der Ahnung von Archäologie hatte, während einer Pause ohne Ende über die Problematiken bei archäologischen Ausgrabungen referieren zu müssen. Durch die ungünstige Zusammensetzung der Gruppe verlängerte sich die Führung unnötig um 30 Minuten. Das war mir in der schattenlosen Hitze zuviel. Wenigstens durfte ich den Rückweg alleine und zügig gestalten.
Der Reiseplan führte mich wieder zurück nach Durango und von dort aus weiter über die HW 550 nach Süden. 20 Meilen südlich von Durango fuhr ich über die Grenze zu New Mexico. Eigentlich wollte ich in den nördlichen Gebieten der Aztec Arches nach natürlichen Brücken suchen. Frustriert stellte ich aber fest, dass ich die aufgezeichneten GPS-Daten der Arches nicht in meinen GPS-Navigator eingearbeitet hatte. Ohne Daten war es zwecklos nach den natürlichen Brücken zu suchen. Da ich bei der weiteren Fahrt auf der HW 550 durch die Ortschaft Aztec kam, hielt ich zwecks neuer Fotos am Aztec Ruins National Monument an. Während meines Besuches im Jahr 2013 war es bewölkt und so wollte ich bei dieser günstigen Gelegenheit optimalere Fotos von den Ruinen machen. Ich hatte diesmal Glück und konnte die Ruinen bei Sonnenschein fotografieren. Die riesige Kiva im Nationalmonument hatte mich wieder fasziniert. Die Great Kiva wurde auf den Fundamenten der Original-Kiva aufgebaut. Allerdings modifizierte man das Äußere durch Fensteröffnungen. Die Great Kiva wird von den heutigen Indianern für Feierlichkeiten genutzt.
Da nicht weit entfernt und ebenfalls an meiner Reiseroute liegend, besuchte ich die Salmon Ruinen in Bloomfield. Dieser historische Ort beinhaltete die Ruinen eines ehemaligen Pueblos und ein Freilichtmuseum mit Unterkünfte der Indianer und weißen Siedler aus verschiedenen Epochen. Ein wenig enttäuscht war ich vom Zustand des Freilichtmuseums. Gegenüber dem Jahr 2013 sahen die historischen Bauten ungepflegt aus. Insbesondere ein Adobebau demonstrierte, dass es nicht vor dem Verfall geschützt wurde. Der einstige Lehmputz war völlig weggewaschen und die Adobeziegel lagen blank und der Erosion durch Regenwasser ausgesetzt. So kann man natürlich auch darstellen, was passiert, wenn man die Außenwände eines Adobebaus nicht regelmäßig mit Lehm auffrischt.
Weiter ging meine Fahrt von Bloomfieldüber die HW 550 nach Süden. Auf dem Gebiet der Navaja Reservation wurde an der HW 550 eine Tankstelle neu eröffnet. Wahrscheinlich haben die Navajos eine eigene Steuergebung, denn Tankstellen auf Indianergebieten bieten immer günstigeres Benzin an als außerhalb der Reservate. Nun war ich schon über 10 mal in den USA und konnte erst bei dieser Reise feststellen, dass man in Tankstellen und Fastfood-Restaurants Wasser in kleinen Mengen umsonst abfüllen kann. Die Automaten für Softgetränke haben alle einen kleinen unscheinbaren Hebel. Über diesen kleinen Hebel kann man kaltes Wasser abfüllen. Höflicherweise sollte man vorher fragen.
15 Meilen südlich von Bloomfield bog ich nach Osten in die CR 7175 ab. Diese Graded Road brachte mich zur Angel Peak Scenic Area. Hier war ich zwar auch schon vor einigen Jahren. Aber im Internet fand ich zwei neue Wanderungen, die ich durchführen wollte. Außerdem gab es in der Angel Peak Scenic Area einen kostenlosen Campground.

05.07.2019
In der Angel Peak Scenic Area unternahm ich zwei kurze Wanderungen. Mit der ersten Tour versuchte ich den 2130m hohen Angel Peak zu erreichen. Ein Trampelpfad führte ab dem östlichen Ende der Parkstraße in Richtung Angel Peak. Die Route leitete unter anderem über einen 5m langen Grat, der lediglich 50cm breit war. Ich gelangte nach 1,3km auf den Grund des Kutz Canyon. Aber bereits während des Abstiegs erkannte ich, dass man die markante Spitze des Angel Peak nicht erreichen kann. Zu viele Hügel und Schluchten lagen dazwischen und die Flanken an der Basis des Angel Peak waren zu steil.
Die zweite Tour sollte mich zum Castle Rock bringen. Aus der Distanz sah ich dort dem Namen entsprechend viele Felstürme. Diese Route führte mich über drei kurze, aber schmale Grate. Der Trampelpfad blieb mehr oder weniger auf gleicher Höhenlinie. Am Ostrand des Castle Rock angekommen, wurde ich ein zweites mal enttäuscht. Auch hier waren die Hänge zu steil und porös für einen Aufstieg in das Zentrum des Castle Rock. Nach 1,5km machte ich unverrichteter Dinge wieder kehrt.
Nach diesen kleinen Enttäuschungen fuhr ich über die HW 550 wieder zurück nach Farmington. Von dort aus nahm ich die State Road 371 nach Süden. Ungefähr 21 Meilen südlich von Farmington bog ich in die asphaltierte Indian Route 5 nach Westen ab. Über das so genannte Burnham Chapter House (ein zentrales Gemeindehaus der Navajos) erreichte ich das Burnham Badlands. An einer Ölpumpstation direkt an der nicht asphaltierten IR 5080 stellte ich meinen Leihwagen ab. In einem Rundkurs von 4,2km suchte ich in der Lehmwüste nach Caprocks und Sonstigem. Die Landschaft war durch Wasserdrainagen stark hügelig. Permanent ging es querfeldein Auf und Ab über wegloses Gelände. Da die hügelige Landschaft die Orientierung schwierig gestaltete, war ein GPS-Navigator unabdingbar. Zu Beginn der Tour fand ich einige große Flächen mit Petrified Wood. Sogar an einem kompletten Baumstamm kam ich vorbei. Nach einem Kilometer erreichte ich auch die ersten mehrere Meter hohen Caprocks. Braunes Gestein balancierte auf weißen Säulen. Es gab auch Caprocks mit weißen Deckenstein. Die komplett weißen Hoodos waren wesentlich kleiner als die Exemplare mit braunen Deckenstein. Sogar einen neugierigen Coyoten konnte ich fotografieren. Aus sicherer Entfernung schien das Tier derart fasziniert von mir, dass er mehrere Minuten unbewegt stehen blieb. Nach 2¼ Stunden hatte ich genug Hoodoos abgelichtet und machte mich auf die weitere Fahrt über die SR 371 nach Süden.
Nicht weit von den Burnham Badlands entfernt zweigte die Graded Road CR 7650 nach Osten zum Ah-Shi-Sle-Pah Wash ab. Diesmal wollte ich dieses Badlands von Norden erwandern. Vor Jahren hatte ich mich an den vielen Caprocks am Südrand des riesigen Trockenbetts erfreuen können. Am Nordrand wollte ich insbesondere den so genannten King of Wings finden. Ich hatte eine entsprechende GPS-Koordinate vom King of Wings. An einem einsamen Windrad zur Wasserförderung stellte ich meinen Leihwagen ab und wanderte über ein vegetationsarmes und fast ebenes Gelände nach Süden. Nach 3km erreichte ich den Nordrand des Ah-Shi-Sle-Pah Wash und fand auch eine Menge Hoodoos. Vom King of Wings war jedoch weit und breit nichts zu sehen. Nachdem ich einige hundert Meter im Westen das gesuchte Objekt nicht fand, wanderte ich entlang der Klippen in östliche Richtung. Und siehe da, 450m östlich von der Internet-Koordinate entfernt, sah ich den King of Wings auf einem niedrigen Hügel stehen. Eines der gewünschten Highlights dieser Reise konnte ich glücklicherweise abhaken. Ein Flügel des Caprocks ragte mehrere Meter waagerecht in der Luft. In der Tat schien dieser Wingstone der größte Vertreter seiner Zunft zu sein.
Nach der Rückkehr zum Leihwagen wurde es bereits dunkel. Ich entschloss mich daher am Windrad zu übernachten. In der Nacht herrschte mehr Autoverkehr als am Tag. Vier Autos fuhren am Windrad vorbei. Vielleicht wollten die den King of Wings bei aufgehender Sonne fotografieren. Die Autos benutzten einen Feldweg, der in etwa in Richtung King of Wings leitete.

06.07.2019
Der heutige Reisetag begann zunächst mit einer längeren Fahrt. Die SR 371 folgte ich weiterhin nach Süden. In der Ortschaft Thoreau stieß ich auf die Interstate 40. Diese fuhr ich nach Osten bis zur Abzweigung der SR 117 zum El Malpais NM. Die SR 117 durchschneidet das El Malpais NM in einer Nord-Süd-Achse. Diese asphaltierte Straße brachte mich zunächst zu den Sandstone Bluffs. Riesige Klippen aus hellem Sandstein erhoben sich oberhalb der schwarzen Lavamassen des El Malpais. Ich stand zwar bereits auf diesen Klippen, diesmal wollte ich die Klippen absteigen und 70 Höhenmeter tiefer an der Basis nach natürlichen Brücken suchen. Auf den Sandstone Bluffs gibt es einen Picknickplatz. Südlich davon gibt es die einfachste Passage für einen Abstieg. Der Steig ist allerdings nicht offiziell eingerichtet. Etliche Besucher haben im Laufe der Zeit einen Trampelpfad in einer breiten Abstriegsrinne getreten. An der westseitigen Basis der Sandstone Bluffs sollte es laut Internet natürliche Brücken geben. Bis auf eine Alkove fand ich jedoch keine Arches. Lediglich eine riesige Säule aus Sandstein faszinierte mich.
Nachdem ich wieder oben auf den Sandstone Bluffs angekommen war, fuhr ich die SR 117 noch ein paar Meilen nach Süden. An der Internet-Koordinate der Zuni Arch suchte ich ebenfalls vergeblich nach dem natürlichen Bogen. Angeblich sollte die Zuni Arch von der SR 117 aus zu sehen sein. Vielleicht waren meine Augen von der vorhergehenden Wanderung geschwächt, weshalb ich bei der Suche erfolglos blieb.
Nach der leichten Enttäuschung ging meine Fahrt auf der SR 117 zurück nach Norden zur Interstate 40. Dieser folgte ich nach Osten bis zur Stadt Albuquerque. Hier bog ich in die Interstate 25 nach Süden ab. 64 Meilen südlich von Albuquerque brachte mich eine staubige 4,6 Meilen lange Piste nach Westen zum San Lorenzo Canyon.